Ratgeber für den Bauherrn
Ingenieurbüro Peter Rauch
Kapitel:  Bauphysik | Feuchteschutz | Holzbau | Konstruktion | Bauchemie | Baustoffe | Baubiologie | Wohnklima

Beeinträchtigt Elektrosmog (wie Handy, Laptop) unsere Gesundheit?


Elektrosmog ist einer der meist diskutierten Probleme in der modernen Wissen- und Informationsgesellschaft, die von der Hysterie bis zur Bagatellisierung reicht. Hier gehören hochfrequente elektromagnetische Wellen, niederfrequente elektrische und magnetische Felder, elektrostatische Gleichfelder und Erdmagnetfelder dazu.

Das derzeit viel diskutierte Thema ist das mobile Telefonieren. Gegenüber den älteren Netzen sind die D- und E-Netze pulsmoduliert digital. Dieser niederfrequente und kontinuierliche Puls stellt das eigentliche Problem dar. Wird zum Beispiel eine normale 40 W Lampe je Sekunde mehrmals ein- und ausgeschaltet, so hat sich eigentlich nichts bis auf den Puls geändert. Aus angenehmes wird unangenehmes Licht. Mit diesem Beispiel kann man etwa die biologische Wirkung der neuen Telefone vergleichen. Auch die schnurlosen Telefone mit ihrer etwas geringeren Leistung verhalten sich wie ihre großen Brüder (D- und E-Netze). Die kleine Basisstation der neuen Generation DECT (Digital Enhandced Cordlees Telecommunications) sendet immer 250 Milliwatt gepulste digitale Wellen, ob telefoniert wird oder nicht. CT1-Plus-Schnurlose (CT steht für Cordless Telephone) senden relativ schwache 10 Milliwatt analoge Wellen und CT2 hat ebenfalls 10 Milliwatt aber gepulste digitale Wellen.

Auch das letztere Gerät wirkt sich nachteilig auf einen Herzschrittmacher aus (Familienmitglied bei der Benutzung.) Benötigt man diese Geräte, so sollte man vor allem die Basisstation in einiger Entfernung aufstellen und wenn möglich das herkömmliche Telefon benutzen.

Die Anzahl elektrotechnischer Geräte im Haushalt, auf der Arbeit und in der Freizeit nimmt ständig zu. Viele von ihnen verursachen elektrische oder magnetische Felder. Unser Gehirn erzeugt ein sehr kleines Magnetfeld von 0,001 nT, dagegen entsteht bei einem Anruf auf das Funktelefon > 10.000 nT (mehr zeigt mein Messgerät nicht an, siehe auch Bild weiter unten Funktelefon/Messgerät). Das ist das 10.000.000 fache. Noch einen größeren Ausschlag verursacht die Funkmaus am PC. Dagegen ist die Strahlung vom Bildschirm eine unbedeutende Größe. Zum Glück ist der menschliche Körper auf ungünstige äußere Einflüsse relativ stabil und kann einiges Vertragen. In der Natur kommen Gewitter vor, diese Felder erreichen auch bei einiger Entfernung messbare Größen von 200-300 nT.

Bei den Handys haben wir ein ca. 10.000.000-fach höheres Feld als unsere Bio-Signale im Körper. Dass hier eine langfristige Beeinflussung auftreten kann, ist durchaus denkbar. Das Langzeitverhalten des biologischen Körpers ist vollständig unbekannt. Was in zwei oder zehn Generationen für Folgeerscheinungen auftreten können, ist ungewiss. Die gegenwärtigen Forschungsschwerpunkte sind auf die Gebiete, zum Beispiel des Gehörs, der Zellbiologie und der Epidemiologie, gerichtet. Ich denke, es könnten wesentlich größere Probleme auftreten, die in das Fachgebiet der Neurologie und Psychiatrie gehören, das können zum Beispiel scheinbar Nebensächlichkeiten, wie die Verminderung der Reaktionszeit sein. ...

Zugunsten des sehr lukrativen Handygeschäfts werden nur bestimmte Aussagen in die Forschungsergebnisse und Gutachten aufgenommen. Das sind durchaus richtige Aussagen, aber nur die, die keine negative Wirkung auf das Geschäft haben. Hier noch ein anderes Beispiel. "Das Fahren mit dem Auto hat auf die Gesundheit keinen Einfluss, man darf nur nicht unsanft an einem Baum halten."

Zur Vermeidung des Elektrosmogs können Chips aufgeklebt werden. Das Messgerät schlägt mit oder ohne genauso stark aus. Allerdings ist bei neueren Handys die Intensität auf ein Hundertstel gesenkt worden. Gegenwärtig geht man von einer Wirkung auf das Gehirn aus und vermutet, dass die Entstehung von Krebs begünstigt werden kann. Bisher wurde jedoch noch nicht die Unbedenklichkeit nachgewiesen. Das Gleiche gilt auch für die Grenzwerte.

Bild: Das elektromagnetische Spektrum
Das elektromagnetische Spektrum

Auf der riesigen logarithmischen Frequenzskala umfasst das elektromagnetische Spektrum sowohl die grundlegenden Phänomene des Weltalls (kosmologische Strahlung, Radioaktivität, Licht) als auch die Entwicklung der auf Elektrizität beruhenden Zivilisation und die vom Menschen erfundene Telekommunikation.

Epidemiologische wissenschaftliche Auswertung von 550 Fragebögen von Anwohnern von Mobilfunksendern. (Studie der Universität Valencia, Januar 2000) Ergebnis: schwere Gesundheitsbeeinträchtigungen schon bei Werten um 500 Mikrowatt pro Quadratmeter. Die Studie stand unter der Leitung von Dr. Claudio Gómez-Perretta de Mateo und Dr. Manuel Portolés Sanz vom Forschungszentrum des Universitätskrankenhauses La Fe, Valencia sowie von Prof. Dr. Enrique A. Navarro vom Fachbereich Angewandte Physik der Universität Valencia. Kurz nach Veröffentlichung dieser Studie bekam Dr. Perretta Berufsverbot und wurde vor die Wahl gestellt, auf diesem Gebiet nicht mehr weiter zu forschen oder die Konsequenzen (Entlassung) zu tragen. www.elektrosmognews.de/studien/ribera.doc


Handy Elektrosmog
(Russisch)

Das Handy ist aus dem heutigen modernen Wirtschaftsleben nicht mehr weg zu denken. Als Nutzer sollte man hier einen vernünftigen Weg wählen. Der Handelsvertreter wird wohl kaum verzichten können. Wird ein Headsets benutzt, so ist das Handy weiter vom Kopf entfernt, der SAR-Wert sinkt.

Andere werden diese Art Telefon weniger brauchen. Noch vor einigen Jahren ging es generell ohne Funktelefon. Kinder und Jugendliche, wo der Körper sich noch entwickelt, sollten möglichst im eigenen Interesse darauf verzichten. Man könnte dies im übertragenen Sinn mit dem Rauchen vergleichen.

In der EG-Richtlinie 89/336/EWG werden die Anforderungen an Geräte bezüglich ihrer Störsendung und ihrer Störfestigkeit gestellt. Die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) wird in der DIN 0870 Teil 1 Seite 3 wie folgt definiert: "Fähigkeit einer elektrischen Einrichtung in ihrer elektromagnetischen Umgebung zufrieden stellend zu funktionieren, ohne die Umgebung, zu der auch andere Einrichtungen gehören, unzulässig zu beeinflussen". Bereits das Reichsgesetzblatt Nr. 21 vom 06.04.1892 kann als erstes EMV-Gesetz eingeordnet werden. Ganz wichtig ist zu wissen, dass es sich bei der Verordnungs- und Normenschwemme meist um "Vereinbarungen" aber keineswegs um Erkenntnisse, die ja die Grundlage von Wissenschaft sein sollte, handelt.

Auch hat sich ein neues Geschäftsfeld, der Ektrosmog-Abschirmschutz, herausgebildet. Für bestimmte Anwendungsbereiche sicherlich nützlich. Aber was passiert mit den Fenstern. Soll man diese, wo eigentlich die meisten elektrischen und magnetischen Felder eindringen können, auch spachteln oder mit Folien überziehen?

Nicht jedes kleinste Feld muss unbedingt gemessen werden. Aber oft wird man über eine lange Zeit mit Größenordnungen konfrontiert, die starke oder extreme Anomalien bewirken. Da man elektrische oder magnetische Felder nicht sieht, riecht oder fühlt, kann man schon einmal darauf "sitzen". Befindet man sich zum Beispiel in dem Strahlungskreis eines Mobilfunkmastes, so kann man sich schlecht seiner Wirkung entziehen. Dagegen kann man die Nutzung des Handys beeinflussen oder die Station des mobilen Haustelefons an eine andere Stelle aufstellen. Begehungen und Messungen können einige Problempunkte aufdecken.

Die Mobilfunkbetreiber behaupten immer wieder (wider eigenes besseres Wissen), es lägen keine Studien vor, die die Schädlichkeit des Mobilfunks belegen. Das Gegenteil ist der Fall. Mittlerweile gibt es viele tausende Studien zu dem Thema, darunter einige sehr brisante, die zum Teil sogar von den Betreibern selbst in Auftrag gegeben wurden. Die wenigen Studien, die von den Betreibern zu ihren Gunsten angeführt werden, wurden von ihnen finanziert oder sind unbrauchbar, da sie in Methodik oder Epidemiologie nicht zielführend sind. Deshalb werden wir an dieser Stelle die Ergebnisse einiger besonders brisanter Studien veröffentlichen. Die Resultate dieser Studien müssten eigentlich zu einer sofortigen Abschaltung der meisten Sendeanlagen führen. Studien von Elektrosmognews.de

Weitere technische Informationen erhalten Sie unter www.wohngesundheit.de oder über das neue große Infoportal rund um das Thema Elektrosmog mit interessanten Beiträgen www.elektrosmog.com. Ebenso sollte man die Fachveröffentlichungen von Herrn MAES (BAUBIOLOGIE) kennen.

Schutz vor Elektrosmog - High Tech oder Hokuspokus?

Für den ARD Ratgeber Technik, am 18.04.2004 ( www.ndrtv.de/ratgebertechnik/themen/20040418_elektrosmog.html), hat der Physik-Leistungskurs des Nymphenburger Gymnasiums in München stichprobenartige Tests vorgenommen. Unterstützt wurden sie dabei von Dr. Cornelia Baldermann vom Bundesamt für Strahlenschutz und von Professor Jürgen Detlefsen, Lehrstuhl für Hochfrequenztechnik an der TU München.
Aus diesem Beitrag werden hier auszugsweise einige untersuchte Produkte vorgestellt.

Tachyons Energy Naturfilz
Die Naturfilz-Hülle für 9,31 Euro (www.feldenergie.de) erwies sich im Test zunächst einmal als unpraktisch. Denn um telefonieren zu können, muss der Nutzer sein Handy erst aus der Hülle nehmen, mindestens zum Wählen, sonst trifft er die Tasten nicht. Die Strahlung ist aber genau dann am stärksten, wenn das Gespräch aufgebaut wird. In der Zeit, in der nicht telefoniert wird, gibt es eigentlich kaum Grund, Elektrosmog mittels Filz minimieren zu wollen.

HandyShield
Getestet wurde das WaveShield 1000 für 33,90 Euro (www.zan.at). Angeblich schirmt das kleine ovale Schutzschild 97 Prozent der Strahlung ab. Dazu muss es auf den Hörerlautsprecher geklebt werden. Im Praxistest mit dem Phantomkopf zeigte sich aber nur eine geringe Abschirmung mit schwankenden Werten. Mehr als zehn Prozent wurden nie erreicht.

Ferritabschirmung
Drittes Testobjekt im Physikleistungskurs: ein Ferritring für 19 Euro (www.ipn.at/ipn.asp?BPK). Der Ring wird um das Kabel eines Headsets gesteckt. So soll verhindert werden, dass die Handystrahlung verstärkt und durch das Kabel direkt über das Ohr in den Kopf geleitet wird.
Der Phantom-Messkopf zeigte tatsächlich sehr gute Ergebnisse: Der SAR-Wert des Handys mit Headset und Ferritring lag nur noch unwesentlich über 0 Watt pro Kilogramm. Der Haken an der Sache: Auch ohne Ferritring waren die Werte mit Headset kaum noch messbar.
Fazit: Der Ferritring schadet nicht, aber eigentlich ist er überflüssig.

Gabriel Chip
Der Gabriel Chip für 33,38 Euro wird in das Handy geklebt (www.gabriel-tech.de). Seine angebliche Wirkungsweise: Er dreht technische, "linksdrehende" Wellen zurück in den "rechtsdrehenden, natürlich gesunden Bereich". Dadurch macht er aus "bösen" Frequenzen "gute" Frequenzen. Der Test mit dem SAR-Messkopf zeigte aber vor allem eines: Die Werte mit dem Gabriel-Chip stiegen drastisch an. Möglicherweise liegt das daran, dass der Chip eine leicht abschirmende Wirkung hat. Um die gleiche Qualität gewährleisten zu können, regelt das Handy seine Leistung daher rauf. Es zeigt sich also der Effekt, wie beim Telefonieren mit schlechtem Empfang, zum Beispiel im Keller.

ATOX Bio-Computer
Anders als die anderen Chips wird der ATOX Bio-Computer (www.atox.info) nicht auf das Handy geklebt, sondern als Amulett um den Hals getragen. Mit einem Preis von 195 Euro, war die vermeintliche Elektrosmog-Kette bei unseren Stichproben das teuerste Produkt.
Die Funktionsweise des ATOX fußt auf der Theorie, jede elektromagnetische Strahlung bestehe aus zwei Anteilen: einer physikalischen Komponente und einer "feinstofflichen Energie-Informationskomponente". Diese "Energie-Informationskomponente" breite sich angeblich mit Überlichtgeschwindigkeit aus und habe einen schädlichen Einfluss auf den menschlichen Organismus.
Professor Detlefsen sieht diese Theorie mit großer Skepsis, denn sie "widerspricht jeglichen Postulaten der Relativitätstheorie". In der seriösen wissenschaftlichen Forschung hat die "Energie-Informationskomponente" folglich keinerlei Niederschlag gefunden. Auch die Formeln, die die angebliche Wirkungsweise beschreiben sollen, hält Prof. Detlefsen für bewusst unklar - so kann wenigstens niemand überprüfen, ob sauber gearbeitet wurde oder nicht. Insgesamt entsprechen laut Prof. Detlefsen sämtliche Texte nicht den wissenschaftlichen Standards, da Quellenangaben fehlen und Versuche oder Tests nicht nachgeprüft oder wiederholt werden können.

Weitere Informationen:

Ergänzung: Links zum Elektrosmog

  1. Elektrosmog Medicine Worldwide
  2. Strahlenmedizin Medicine Worldwide ausführliche Informationen zu verschiedenen Themen
  3. www.ssk.de Strahlenschutzkommission
  4. Fachverband Strahlenschutz DE - international
  5. www.icrp.org Fachverbände Strahlenschutz
  6. General Index - US Health and Devices Sammlung - pdf-Download!
  7. Elektrizitätsleitung in Nerven und Zellen
  8. Schutzbestimmungen für nieder- und hochfrequenten elektromagnetische Felder
  9. EMF, ELF, & RF RADIATION: POLITICS, SCIENCE, and EDUCATION
  10. CSICOP / Skeptical Briefs / December 1995 / Reality Check / EMFs Again
  11. Electronic Product Radiation Control Wechselwirkung aller technischen Geräte mit der menschlichen Gesundheit
  12. EMFRAPID Home Elektro-Magnetismus in den USA
  13. HHE Program - Gesundheit am Arbeitsplatz - US
  14. Wave Guide
  15. Health Effects from Increased Exposure to Ultraviolet-B (UV-B)
  16. sci.med.physics (Power Lines and Cancer FAQ)
  17. sci.med.vision FAQ
  18. Schweizerische Gesellschaft für Strahlenbiologie und Medizinische Physik

Links zu Biologische Wirkungen nichtionisierender Strahlung

  1. Bioelectric Conceptsbei Hyperphysics
  2. Biologische Wirkungen Ionisierender Strahlung
  3. Kosmische Höhenstrahlung
  4. European Society for Therapeutic Radiology and Oncology
  5. Positron Emission Tomography Tutorial auch zur Funktion der Positronen- Emissions- Tomographie
  6. Fluoroskop Röntgenstrahlen Physics2000 Hand durchleuchten
  7. Erzeugung von Röntgenstrahlen
  8. Computertomographie
  9. Materialprüfung mit Computertomographie bei 90keV  Fraunhofer, März 2005  harte Strahlung!
  10. Institut für Klinische Radiologie - Uni Münster
  11. CT is us
  12. Medicine-Worldwide: Strahlenbelastung bei Langstreckenflügen
  13. Klinik für Nuklearmedizin Mainz
  14. Nuklearmedizin, LMU München
  15. 100 Jahre Roentgen
  16. Physical Characteristics of Nuclear Medicine Images

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