Wärmebrücken entstehen an kritischen Stellen in Gebäude. Das sind kalte Oberflächen, die meist durch materialspezifische Eigenschaften oder konstruktive Mängel verursacht werden. Die Eigenschaften der Materialien werden durch die Struktur und Dichte bestimmt, die verantwortlich für die Dämmeigenschaft (Wärmeleitfähigkeit) ist. Beton, Stahlbeton und Metalle sind gute Wärmeleiter und führen schneller die Wärmeenergie von der warmen Wandoberfläche an die kühlere ab. Damit sinkt auch die Temperaturoberfläche an der Innenwand. Diesen Effekt kann man deutlich merken, wenn man sich auf einen Stein oder vergleichsweise auf eine Holzbank setzt.
Tabelle 5: Schwachstellen und Wärmebrücken in Gebäude, die in folge Abkühlung zu Tauwasserniederschlag führen können
| Problembereiche in einem Gebäudes | ||
|---|---|---|
| konstruktiv vorhanden | konstruktive Veränderung | Nutzung |
| 1. Bauwerksöffnungen | 1. Innendämmung | 1. Möblierung |
| 2. ungenügende Außendämmung | 2. Innenisolierung | 2. Wandverkleidungen |
| 3. ungeheizte Räume | 3. teilweise Außendämmung | 3. falsche Lüftung |
| 4. feuchte Baustoffe | 4. luftdichte Fenster | 4. Heizkörperan-ordnung |
| 5. Materialanordnung | 5. Schwachstellen beim Dachstuhlausbau | 5. ungenügende Heizung |
| 6. Kanal und Schächte | 6. Wintergärten, Erker | 6. Art der Wand- beschichtung |
| 7. Leitungsführungen | 7. Bauschäden an Gebäudehüllen, | |
| 8. geometrisch bedingte Wärmebrücken | 8. undichte Dampfsperren und Durchfeuchtung derDämmstoffe | |
| 9. Vorsprünge, Balkone | ||
| 10. Deckenauflager | ||
| 11. Stützen | ||
| 12. Rolladenkästen | ||
| 13. Kellerdecken u. - wände | ||
| 14. unbelüftbare Räume | ||
Nachdem die konstruktiven Schwachstellen genannt wurden, soll auf eine natürliche Erscheinung hingewiesen werden, die oft unterschätzt wird. In jedem Raum ist eine Luftwalze (siehe Bild 5).
Bild 5: Luftwalze in einem Raum. So kann gleichmäßig der Raum und alle Wände erwärmt werden.

Warme Luft bewegt sich auf Grund ihrer geringeren Dichte nach oben und bei ihrer Abkühlung sinkt sie wieder nach unten. Wie im Pkt. 8.1.3.1. bereits genannt, nimmt die relative Luftfeuchtigkeit bei der Abkühlung zu. Wird ein Bauteil mit wesentlich niedrigerer Oberflächentemperatur angeströmt, so wird an dieser Stelle die relative Luftfeuchtigkeit sehr hoch und es kann im Extremfall zum Feuchtigkeitsausfall kommen.
Nachfolgend sollen spezielle Fälle dargestellt werden. Befinden sich z.B. Möbel, große Wandbilder, Vorhänge und andere Einrichtungsgegenstände an einer kalten Wandoberfläche aufgestellt bzw. vorgehängt, ohne dass die Wandflächen hinreichend erwärmt werden können (siehe Bild 6.1.), so kann sich dahinter Schimmelpilz bilden. Hier wirken meist zwei Kriterien. Es kommt nur sehr wenig Raumluft zwischen den Einrichtungsgegenständen, diese kühlt so stark ab, dass es zum Feuchtigkeitsausfall kommt. Diese Feuchtigkeit kann durch die fehlende nachströmende wärmere Luft nicht ausreichend abtrocknen. Dieses Problem kann man besonders bei Wandverschalungen beobachten. In einem Praxisfall war die Rückseite der Schrankwand bereits nach 4 Jahren total verfault. In diesem Fall war sicherlich auch im Winter der Frostpunkt bis in den Schrank gewandert. Das Problem kann durch ausreichende Hinterlüftung behoben werden. Der Schrank wird von der kalten Wand vorgezogen und an der Vorderseite werden Lüftungsschlitze angebracht (s. Bild 6.2.). Vorhänge sollten nicht bis in die kalte Zimmerecke und durchgehend (Boden-Decke) angehängt werden.
Bild 6.1.: Abkühlung einer Außenwand hinter den Möbeln
Bild 6.2.: Die Abkühlung an einer Außenwand kann verringert werden, in dem die Raumluft ungehintert einströmen kann.
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