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Ingenieurbüro Peter Rauch
Seite 5: Gebäudeschäden durch Insekten und Pilze Teil II, ARCONIS 3/01 S. 26-29 - Peter Rauch -

Problemfelder für den Sachverständigen oder den Beratenden Ingenieur




In vielen Leistungs-Kosten-Angeboten und Gutachten (auch zum Verkehrswert) sind Aussagen zu biologischen Schäden oder Gefährdungen kaum aufgenommen. Diese Unterlassung zieht jedoch Rechtsfolgen nach sich und kann als vorsätzlich gewertet werden, vgl. BGB § 826. "Wer in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Weise einem anderen vorsätzlich Schaden zufügt, ist dem anderen zum Ersatz des Schadens verpflichtet". Natürlich muss zum Beispiel der Sachverständige bei der Bewertung eines Grundstücks auch eine Einschätzung zu möglichen Nutzungseinschränkungen wegen Baumängeln oder wegen einer gesundheitlichen Gefährdung treffen. So wurde auf dem Rechtsweg ein Sachverständiger für Grundstückswertermittlung zu 90 TDM Schadensersatz verurteilt, weil in seinem Gutachten die Hausbockschäden fehlten, ja - weil diese Tatsache verschwiegen wurde.

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In einem ähnlichen Prozess geht es um nicht beachtete gesundheitsschädigende HSM-Alteinträge, allerdings bei weit höherem Wertumfang. Eine der neusten Methoden ist die geschickte Delegierung der Verantwortung.

Festgestellte Schäden durch holzzerstörende Pilze werden bei Sanierungsarbeiten überbaut. Erst kurz vor der Fertigstellung wird eine Schadensbekämpfungsfirma beauftragt. Mit der Ausführungsfirma muss nun ein Kompromiss erzielt werden. Denn schließlich kann nicht einfach neues Mauerwerk und die neue Decke zurückgebaut werden. Bei kleinen Schäden von geringer Ausdehnung wäre das sicherlich noch akzeptabel aber nicht, wenn die Schäden einen kompletten Raum über zwei Etagen oder ein ganzes Mehrfamilienhaus betreffen.
Dass solche Sachen bereits nach kurzer Zeit aufgedeckt werden, zeigen eigene Erfahrung. Der Auftrag wurde richtiger weise im letzten Augenblick abgelehnt.
Auch wurden bereits eingeholte Gutachten verschwiegen, so dass Problembereiche eher durch Zufall gefunden wurden.

Ein Sachverständiger oder Beratender Ingenieur sollte sich durch überdurchschnittliches Wissen auf dem jeweiligen Fachgebiet auszeichnen. Dieses erforderliche Wissen kann nur über kontinuierliches Selbststudium der aktuellen Fachliteratur, durch Weiterbildungsseminare und die ständige Auswertung praktischer Fälle vertieft werden. Diese Wissensaneignung ist ein Teil des Arbeitsaufwandes, der betrieben werden muss, um eine hohe Qualität anbieten zu können. Es ist daher unverständlich, dass Kostenangebote für einen oft nicht definierten Aufwand angefordert werden. Der wirkliche zeitliche Aufwand lässt sich erst bei der Untersuchung und bei der Auseinandersetzung mit der Problematik erkennen. Hier sind nicht nur die Erfahrungen und das Fachwissen gefragt, sondern es müssen auch verantwortungsvoll Entscheidungen getroffen werden, die als Grundlage für Sanierungsarbeiten und die damit verbundenen Kosten dienen.

Literatur
  • [1] Willi Mönck; Schäden an Holzkonstruktionen. Verlag für Bauwesen 1995
  • [2] Dr. Richter; TU Dresden, Seminar 14.12.1996 in Quedlinburg
  • [3] Peter Weissenfeld; Holzschutz ohne Gift. 1990
  • [4] Firmenschrift Goritas bygningsundersogelser
  • [5] Günter Langendorf; Holzschutz, Hand-buch für Baufachleute 1988
  • [6] Dieter Grosser; Probleme u.Perspektiven eines umweltverträglichen Holzschutzes, Mögliche Gesundheits- u. Umweltprobleme bei Bekämpfen - Holzschutzmaßnahmen und die Rolle der Sachverständigen in der BRD
  • [7] Manfred Schulze; Bissige Tierchen im schmuck sanierten Heim, Leipziger Rundschau
  • [8] Vater Antje u. Günter; Leipziger Bauführer 1995, Zecken kontra Wohnbedarf und Protokolle
  • [9] H.-J. Rafalski; Seminare und Fachvorträge Quedlinburg 1996-99
  • [10] Otto Schwantes; Biologie der Pilze. 1995 [11] Jürgen Reiß; Schimmelpilze. 1997 Springer Verlag
  • [12] Hubacek; Spezialgebiete der Chemie, Oldenburg Wien 1986
  • [13] Arbeitsgemeinschaft Wohnberatung eV.; Feuchtigkeit und Schimmelpilz in Wohnräumen.
  • [14] Hofmeister, Gertraud; Bauschäden an Holzbalkendecken, Bd 9, IRB-Verlag
  • [15] Polanyi, Peter; Holzschutz ohne Menschenschaden, 1992
  • [16] Rauch, Peter; Leipziger Bauführer 1995 Wärmebrückenbildung
  • [17] Rytke, Sanni; bau-zeitung 53(1999)9 S. 82-83
  • [18] Ch. Wolf; www.univie.ac.at/Innere-Med-4/arbeitsmedizin/MCS.HTM
  • [19] Horst Schulze; Schäden an Wänden und Decken in Holzbauart, Schadensfreies Bauen, Band 5, IRB Verlag 1993
  • [20] Francois, Colling; Lernen aus Schäden im Holzbau, Deutsche Gesellschaft für Holzforschung, IRB, Verlag 2000
  • [21] Weiß, B.; Wagenführer, K.; Kruse, K.; Beschreibung und Bestimmung von Bauholzpilzen, DRW-Verlag 2000
  • [22] Deusche Bauchemie e.V. Frankfurt am Main, Holzschutzmittel und Umwelt, 1998
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