Ingenieurbüro Arbeitsgestaltung und Baubiologie Peter Rauch

Checkliste um die Gefahr einer Schimmelpilzentstehung zu reduzieren

Schimmelpilze sind allgegenwärtig (ubiquitär) vorkommende Pilzarten, die bei erhöhten Vorkommen deutliche gesundheitliche Beeinträchtigung auslösen können. Die eigentliche Schadenslösung kann nur durch die Veränderung der Ursachen erfolgen. Das sind bauphysikalische und oder baustoffspezifische Zusammenhänge und natürlich auch das Nutzungsverhalten. Lokal auftretende kleine Schimmelflecke stellen keine Gefahr dar, zeigen jedoch, dass eine mögliche höhere Konzentration im Innenbereich vorliegen kann. Die nachfolgende kleine Checkliste kann nur als Anhaltpunkt dienen.

- Kurzfassung -
  1. Welche Änderungen haben sich ergeben? (Neue Fenster, andere Tapete beziehungsweise Farbanstrich, andere Heizung o. a.)
  2. Überprüfung der Lüftungsgewohnheiten, durch eine Querlüftung (3-4 Mal täglich) erzielt man schnell einen Luftwechsel;
  3. Kontrolle der Raumlufttemperatur und Oberflächentemperatur (Eckbereiche oder über Fußboden), die Differenz innerhalb einer Wohnung sollte 3-4 K nicht überschreiten;
  4. Erhöhtes Feuchtigkeitsaufkommen beim Backen, Braten, Kochen, Duschen, Baden sofort direkt ins Freie ableiten. Keine Verteilung der Feuchtigkeit in der Wohnung durch geöffnete Türen zu lassen. Die erhöhte Feuchtebelastung sollte möglichst 2 Std. nicht überschreiten.
  5. Einsatz technischer Hilfsmittel (Entlüftungseinrichtung)
  6. Messung der Feuchtigkeit mit einem Hygrometer, 55 % relative Luftfeuchtigkeit sollten in der kühleren Jahreszeit als Obergrenze eingehalten werden. Besser etwas unter 50 %. (Hierzu können Sie auch das Online-Berechnungstool nutzen.)
  7. Einrichtungsgegenstände an Außenwänden sind nicht Luftstrom behindernd anzuordnen (mind. 5 cm Abstand zur Wand, bei größeren Möbeln eventuell die untere Blende entfernen.) Raumecken sind möglichst frei zu halten, damit die Wandfläche ausreichend temperiert wird.
  8. Verwendung diffusionsoffener Baustoffe, Vermeidung von Dampfbremsen und atmungsdichter Stoffe, Folien, Tapeten oder Farben.
  9. Austrocknung feuchter Bauteile vor jeder Sanierung!
  10. Nachträgliche, zusätzliche Dämmmaßnahmen immer so anordnen, dass die Dämmschicht möglichst weit außen liegt, also dort, wo der Wärmeverlust am größten ist.

Ausführliche Hinweise über die Ursachen, wie man möglichst der Schimmelpilzbildung entgegenwirkt oder welche Sanierungsmaßnahmen sinnvoll sind, finden Sie im Handbuch Schimmelpilze in Wohngebäuden.


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